Wenn die Berufsleiter am falschen Haus steht…

„Ich möchte mit Ihnen mal über Ihre berufliche Situation sprechen.“ So lautete die dringliche Einladung meines Hausarztes, nachdem er festgestellt hatte, dass ich seit gut neun Monaten mit Mittelohrentzündungen, Nebenhöhlenproblemen, Erkältungen und anderem herumlaborierte.


Das darauffolgende Gespräch brachte es an den Tag: Meine aktuelle berufliche Situation belastete mich sehr - nicht weil die Aufgaben so anstrengend und der Stress so groß waren, sondern weil ich mein aktuelles Stellenprofil als weitgehend sinnfrei empfand. Den Appell meiner Psyche, (etwas) mehr Erfüllung haben zu wollen, ignorierte ich – immerhin war die Stelle gut bezahlt und angesehen. Die Seele nahm sich nun den Körper zu Hilfe, und beide konnte ich nicht mehr überhören.


Ich – damals kurz vor dem 50sten – musste mich der Frage stellen: Wie will ich die „dritte Hälfte“ meiner Berufsbiografie gestalten? Ich war am Ende meiner Karriereleiter angekommen und spürte die Leiter stand am falschen Haus.

Und diese Frage nach den kommenden 15 bis 20 Arbeitsjahren zog weitere nach sich: Was mache ich gerne? Was kann ich gut? Wozu bin ich da? Was macht Arbeit für mich wert-voll? Welche Tätigkeiten erfüllen mich? Wohin geht meine Sehnsucht?


Nachsinnen, mit Anderen reden und auch Methoden der Biografiearbeit – sie haben mir zunächst geholfen, die Richtung zu erkennen, und dann, den Weg zu planen.

In meiner jetzigen Selbstständigkeit arbeite ich wahrscheinlich nicht weniger, aber erfüllter. Die Berufsleiter habe ich wieder an mein Lebenshaus angelehnt.


Seminarhinweis:

ArbeitsLeben 50 plus – Perspektiven, Stärken, Potentiale. Das Online-Seminar.

13., 20. und 27. Oktober, jeweils 18.00 – 21.00 Uhr


https://www.agilebiografien.com/arbeitsleben50plus


157 Ansichten

ein Netzwerk des:

     FORUM

            neue Arbeitswelt

          Mit uns steuern Sie in eine

           gute berufliche Zukunft.